Ein leerstehendes Wohngebäude in Leipzig eröffnet ein einzigartiges Momentum und wird für die Wohnforschung temporär bewohnt. Dafür errichten wir einen Wohndemonstrator in Teilen eines leerstehenden WBS 70 Wohnhauses in Leipzig Grünau. Der Demonstrator soll die Wohnform Nukleuswohnen zu Forschungszwecken im Bestand umsetzen. Diese soll über mehrere Monate (jeweils Sommer 2026 und 2027) mit Probewohnenden erprobt und evaluiert werden.
In einem vorausgegangenen Forschungsprojekt
des Lehrstuhls für Wohnbau wurde das standardisierte Grundrisssystem WBS70 untersucht und dessen Potenzial für zeitgemäße und flexible Wohnformen aufgezeigt. Das reale Projekt Nukleuswohnen Leipzig Grünau baut nun auf dieser Forschung auf und wird durch mehrere Promotionsarbeiten zu spezifischen Themen wie innovative Bauteile, akustisches Wohlbefinden, diverse Familienformen und der Bedeutung von einzelnen (Wohn)räumen – jeweils im Kontext des gemeinschaftlichen Wohnens – ergänzt. Gleichzeitig geht es auch um die Schaffung eines (temporären) Ortes für den öffentlichen Austausch über die Fragen der Wohnraumsuffizienz, der Bestandsnutzung und kluger Umbaustrategien sowohl für die Bewohnenden des Quartiers als auch für Akteure aus Politik, Wohnungswirtschaft und Forschung.
Liliensteinstraße 29-33
04207 Leipzig
Grünau, WK 8
Oktober 2025
Bauantrag eingereicht
Oktober 2025
Start der Vorarbeiten des Design Build Projekts mit Studierenden der RWTH Aachen und Liechtenstein School of Architecture
November 2025
Grundfinanzierung Ausführung gesichert
Januar 2026
Erster Infoabend für interessierte Probewohnende
Februar 2026
Baugenehmigung erteilt
Februar – Mai 2026
Umbau- und Sanierungsphase
Ende März 2026
Bewerbungsphase und Auswahl von Probewohnenden
Mai 2026
Bezugsfertiges Herrichten der Probewohnungen
ab Mai 2026
Veranstaltungen im Kontext von Grünau 50 Jahre / Tag der offenen Tür
Juni – September 2026
Probewohnphase I
Mai – September 2027
Probewohnphase II
Es werden insgesamt 9 Bestandswohnungen zu zwei unterschiedlichen Einheiten zusammengelegt:
Während der Probewohnphase können – zusätzlich zum Nukleus (N) und abhängig vom Raumbedarf – weitere Zimmer (Z) hinzugemietet werden.
Grundriss Wohnung A:
Mögliche Raumaneignung in Wohnung A:
Grundriss Wohnung B:
Mögliche Raumaneignung in Wohnung B:
Für Interesse am Probewohnen und Anmeldung zu den kommenden Infoterminen (online), schreiben Sie uns eine Nachricht an
probewohnen@nukleuswohnen.site
Weitere Informationen zum Probewohnen gibt es hier zum Nachlesen:
Das hoheitliche Forschungsprojekt wird von verschiedenen Institutionen gefördert, von privaten Firmen unterstützt, sowie aus Eigenmitteln des Lehrstuhls für Wohnbau der RWTH Aachen University finanziert.
Großzügige Förderungen, Unterstützungen und Sachspenden (Stand 03/2026):
Für die weitere Realisierung und den Betrieb des Wohndemonstrators sind wir noch auf der Suche nach weiteren finanziellen Förderungen und Sachleistungen und freuen uns über Unterstützung.
Das Vorhaben vereint mehrere relevante Themenfelder, die es besonders förderwürdig machen:
Initiator*innen / Forschung / Planung / Organisation:
Lehrstuhl für Wohnbau und Grundlagen des Entwerfens, RWTH Aachen
Sophia Branz, Florian Fischer, Marius Helten, Robert Saat, Nina Vollbracht, Yanik Wagner
+
Reem Almannai, Architektin, Almannai Fischer Architekt*innen, München
Projektkoordination:
nlg@wohnbau.rwth-aachen.de
Eigentümerin Objekt:
Wohnungsgenossenschaft „Lipsia“ eG, Leipzig
Ansprechpartnerin: Nelly Keding (Vorstandsvorsitzende)
Planung und Prüfung Tragwerk:
PENZL. Ingenieure Tragwerksplanung GmbH, Dresden
Falk Morlack, Prüfingenieur für Standsicherheit, Dresden
Planung und Prüfung Brandschutz:
Thomas Böhme, Ingenieurbüro für Brandschutz, Leipzig
Matthias Otto, Prüfingenieur für Brandschutz, Leipzig
Bauausführung Rohbau, Brandschutz, Technik und Planung TGA:
B&O Gruppe | B&O Bau und Projekte GmbH, Jena
Bauausführung Innenausbau und Entwurf Innenausbau:
in Kooperation mit Studierenden der RWTH Aachen und Liechtenstein School of Architecture
Nukleuswohnen ist eine neue flexible Wohnform, die das Wachsen und Schrumpfen von Wohnungen ohne Umbau ermöglichen soll und gleichzeitig den Grad an gemeinschaftlichem Wohnen individuell und sehr flexibel verhandelbar lässt. Ihre wesentlichen Merkmale sind Schalträume und gemeinschaftlich genutzte Erschliessungsräume – z.B. wohnliche Flure. mehr dazu
Es sind nicht primär die Wohnfunktionen wie Küche, Wohnzimmer und Bad die geteilt werden, sondern die Individualräume bzw. unterliegt der Pool an Individualräumen dem vielfältigen Zugriff der Bewohner*innen – aber natürlich nicht zwangsläufig gleichzeitig.
Es sollen vor allem auch lokale Akteur*innen und die Öffentlichkeit mit und durch Veranstaltungen im Demonstrator eingebunden werden. Eine zeitliche Überschneidung mit dem Grünauer Kultursommer 2026 und vor allem den zahlreichen Veranstaltungen zur Feier von 50 Jahre Grünau ist geplant und für die Aussenwirkung des Projektes sinnvoll nutzbar. Grundsätzlich richtet sich der Demonstrator neben dem wissenschaftlichen Interesse ganz besonders auch an relevante Akteure im Wohnungsbau (Bauherr*innen / Bestandshalter*innen / Genossenschaften / Mieter*innen / Politik / Behörden / Fördermittelgeber*innen). Wir möchten über unsere Pressearbeit eine breite Öffentlichkeit erreichen und bieten die Möglichkeit für Besichtigungen und Führungen. Neben dem mehrmonatigen Probewohnen planen wir auch ein kurzzeitiges Testwohnen in wenigen Gästezimmern.
Die Entwurfsplanung des Demonstrators inkl. bereits erfolgter Abstimmungen mit Fachplaner*innen liegt vor. Die Einreichung des Bauantrags erfolgte im Oktober 2025 und die Baugenehmigung wurde im Februar 2026 erteilt. Derzeit läuft die Ausführungsplanung und Umsetzung. Die Fertigstellung ist für Mai 2026 geplant.
Schreiben Sie uns gerne eine Nachricht:
nlg@wohnbau.rwth-aachen.de (allgemeine Anfragen an die Projektkoordination)
probewohnen@nukleuswohnen.site (Interesse am Probewohnen)
presse@nukleuswohnen.site (Presseanfragen)